Qualitäts-Management für Blogger

Professionelles Bloggen erfordert hohe Konzentration und eiserne Disziplin. Nein, so schlimm ist es dann doch nicht, jedoch sollte man so ein paar Regeln beachten, um in der Blogosphere einigermaßen ernst genommen und beachtet zu werden. Dazu ist ein gewisses Qualitäts-Management gefordert, welches man sich aneignen sollte. Dazu habe ich ein paar Ratschläge zusammengefasst.

Rechtschreibprüfung

Ja, einige von euch mögen jetzt vielleicht denken „Der Martin macht ja selbst genug Fehler“, jedoch versuche ich seit einigen Tagen selbst an diese Qualitäts-Maßstäbe zu halten. Rechtschreibprüfung ist ein besonders wichtiger Bestandteil beim Qualitäts-Management. Ohne das Basis-Wissen von korrekter Rechtschreibung und Grammatik hat man in der Blogosphere als Autor nichts zu suchen. Rechschreibprüfung ist also ein wichtiges Kriterium vor der Veröffentlichung eines Artikels.

Scannen ermöglichen

Geht ein Absatz über 12 Zeilen, sollte man überlegen, ihn in 2 Absätze aufzuteilen. Sind mehr als 100 Zeichen in einer Zeile vorhanden, sollte man überprüfen, ob die Zeilenhöhe ein angenehmes Lesen ermöglicht oder ob diese ggf. erhöht werden muss. Sind wichtige Begriffe abgehoben (kursiv oder fett)? Sind umfangreiche Texte durch Überschriften übersichtlich gegliedert? Könnte man einen zu langen Artikel nicht in mehrere Teile aufteilen, um den Leser nicht mit zu vielen Informationen zu erschlagen?

Frequenz aufrecht erhalten

Schon die bekannten Definitionen von Blogs sagen es: „Ein Blog ist eine regelmäßig aktualisierte Website“. Um die Leserschaft zu behalten sollte man einen Rhythmus halten oder ihn nur langsam ändern, falls es nötig sein sollte. Nich jeder hat immer dieselbe Zeit zum Bloggen, daher ist eine eventl. Frequenz-Änderung vielleicht nicht zu vermeiden. Dann sagt man es aber am besten der Leserschaft.

Validierung

Besonders wenn man über Webdesign und Webstandards schreibt, sollte man seine eigenen Seiten regelmäßig validieren und ggf. ausbessern/korrigieren. Verbesserung von kleinen Zeichenfehlern, wie der bekannte Ampersand-Fehler (&) in dynamischen URLs kann man sich getrost schenken. Das schränkt nicht unbedingt die Zugänglichkeit der Seite ein. Jedes Blog-Tool kann mal kleinere Fehler ausgeben, besonders self-made Blog-Tools (davon kann ich ein Liedchen singen).

Cross-Linking

Man kann nicht davon ausgehen, dass der Leser ein Stammleser ist und die letzten 20 Artikel noch halbwegs im Kopf hat. Deswegen sollte man kein Vorwissen zum Verständnis des Artikels vorraussetzen. Alte Artikel, auf deenen der jeweilige Artikel aufbaut sollten deswegen immer verlinkt werden. Das hat auch gute Auswirkungen auf Suchmaschinen, die die Zusammenhänge der Artikel dann besser verstehen.

Checkliste

Hier ein Vorschlag für eine Checkliste, die abgehakt werden sollte, bevor der Artikel an die Öffentlichkeit geht:

  • Rechtschreibung & Grammatik prüfen
  • Übersichtlichkeit prüfen (Stichwort Scannen)
  • Korrekte URL bei Links sicherstellen
  • Validierung, korrekte Auszeichnungen
  • Cross-Linking möglich/nötig?
  • Richtige Artikel Überschrift gewählt? (Stichwort Anatomie von Artikel-Überschriften)

UPDATE: Bei Verlangen nach einer besseren und strukurierteren Checkliste für Blogger könnt ihr eine super Ergänzung/Erweiterung bei Nadja lesen.

veröffentlicht am 10.05.2006 um 22:00 von Martin Labuschin in


Huch, Zeichensetzung war noch nie meine Stärke. Danke für den Hinweis.

Soll ich mal weitermachen?

"sollte man sich ein einen Rhythmus halten"
Webdeisgn
"dynamischen URL" - da fehlt ein s
deenen
Auwirkungen


Also ich sags jetzt mal drastisch: Dadurch, dass du Rechtschreibprüfung schon am Anfang ganz besonders hervorhebst und auch in der Checkliste an erster Stelle erwähnst hast du, was diesen Artikel betrifft, ganz einfach ver***. Alles andere hat dadurch an Glaubwürdigkeit verloren.

Hach Mensch, Artikel, die ich in der Mittagspause schreibe sind immer durchsäht mit Fehlern. Ich glaub ich bleibe bei morgens :)

Besser is das ;)

die Rechtschreibung ist generell eine Sache, auf die gerade die beliebten Blogger mehr achten sollten. Ich finde es schon teilweise ein ziemliches Unding, wenn man so viel Geschriebenes unter die Leser bringt, und das dann mit Fehlern nur so gespickt ist. Aber ich bin da eh ziemlich radikal...

Beliebt ist auch ein relativer Begriff. Ich glaube, keiner wagt zu sagen, dass er ein beliebter Blogger ist, oder? Aber Recht hast du da schon.

Ich glaube von sich selbst kann (oder sollte) man das nicht behaupten, aber bei gewissen Themen gibt es doch schon Lieblingsblogger, oder? Ich finde zum Beispiel MC Winkel herrlich, wenn es einfach nur um alltägliche Geschichten geht.

Und noch einer: "Sichtwort Anatomie..."


Ich habe deine Checkliste aufgegriffen und versucht, sie in eine logischere Form zu bringen, um die eigenen Arbeitsweise zu verbessern: http://blog.calm-n-easy.de/archiv/hartes-blogger-brot.html

Super Nadja, ich hab dich direkt im Artikel nochmal verlinkt. Deine Ergänzung ist nämlich echt super geworden.

auf die gefahr hin, dass ich mich bei meinem ersten beitrag unbeliebt mache, aber die typografisch korrekten anführungszeichen im deutschen raum ist �so wie hier�. bzw, martin: ab einer gewissen länge der kommentare überlagert sich das design mit den texten, details schicke ich dir gerne gleich zu.

@andi:

da liegst du falsch. die typografisch korrekten anführungszeichen im deutschen sind die 99 und 66, wie holger gesagt hat. was du vorschlägst, sind die schweizer anführungszeichen.

Typografisch korrekt ist relativ. Die Richtlinien für Schriftsatz der Duden-Redaktion konstatieren, dass sowohl �� als auch ?? im deutschsprachigen Raum üblich sind. Dem würde ich auch zustimmen. Die meiste Literatur in meinem Schrank verwendet ��, aber ?? ist auch verbreitet.
Die Frage, was die einzig korrekten Anführungszeichen sind, finde ich ziemich müßig.

Rechtschreibung und Grammatik, sowie korrekte Zeichensetzung und korrektes HTML, sind ja kein Selbstzweck, sondern dienen dazu, den Text darstellbar und lesbar zu machen. Von daher würde ich sagen, dass einzelne Rechtschreibfehler durchaus akzeptabel sind. Aber wenn ganze Worte fehlen oder verhunzt sind, durch fehlende Zeichensetzung der Satz unlesbar ist, oder durch HTML-Fehler die Darstellung in einigen Browsern nicht mehr funktioniert, dann finde ich das schon schlimm und kann mich dazu bringen, den Feed ganz schnell wieder abzubestellen ;-).

1. Rechtschreibprüfung: Applaus... Applaus...

Zur Anmerkung »99 66«: Ja, im Prinzip schon, aber diese echten deutschen Anführungszeichen beherrscht nicht jede Schriftart. Ich verwende diese im Buchdruck übliche deutsche »Alternative«. Die sehen schöner aus und verhauen die Zeilen optisch nicht so sehr. Und es gibt sie auch in der ›einfachen‹ Variante. Beide hier diskutierten Formen sind jedoch gültige deutsche Anführungszeichen.
Obacht generell bei Sonderzeichen: Im Zweifelsfall immer die Zahlen-Codierung verwenden und nicht die HTML-Entities. Denn sonst geht gerne mal ein Feed »kaputt« (wird ungültig und in manchem Reader nicht mehr angezeigt), denn Feeds sind XML, nicht HTML.


2. Scannen ermöglichen:
Muss ich mir selbst immer wieder mahnend sagen. Ich neige auch zur langen Form mit zu wenigen Pausen und Zwischentiteln. Und dabei natürlich immer schön semantisch strukturiert HTML-Überschriften verwenden: h3, h4 usw.

5. Cross-Linking:
Sollte man wirklich machen (z.B. bieten sich da Pingbacks zu eigenen Artikeln an). Obwohl ich mir vorstellen könnte, dass mancher davor zurückschreckt, weil es vielleicht etwas nach Wichtigtuerei in eigener Blog-Sache aufgefasst werden könnte.

@ML die schweizer anführungszeichen sind vom französischen abgeleitet und sind konträr zu den deutsch, �nämlich so�.

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